Spätsommer auf der Distel
Der September hat eine eigene Stimmung. Die Farben werden leiser, die Blüten verblühen, und doch ist noch erstaunlich viel Leben unterwegs. Diese Distel hat ihre beste Zeit schon hinter sich: Die meisten Köpfe sind braun und struppig, nur an einer Stelle schimmert noch ein Rest Violett. Für mich macht gerade das den Reiz aus, dieses Nebeneinander von Vergehen und letzter Blüte.
Mitten in den stacheligen Hüllblättern sitzt ein kleiner Gast, der auf den ersten Blick wie eine Biene aussieht. Schaut man genauer hin, zeigt sich eine Schwebfliege, eine sogenannte Mistbiene. Sie ahmt das Aussehen einer Honigbiene nach und schützt sich so vor Fressfeinden, ist selbst aber völlig harmlos. Wie die Bienen sammelt sie Nektar und Pollen und hilft so beim Bestäuben.
Fotografiert habe ich mit offener Blende, damit der Hintergrund weich verschwimmt und der Blick ganz auf dem Insekt und den feinen Strukturen der Distel bleibt. Die Stacheln, die im Streiflicht glänzen, und die kleine Besucherin im Zentrum: Ein stiller Moment, der den Übergang vom Sommer in den Herbst gut einfängt.